Mai 2023

Nachhaltigkeit erhöht den Investitionsdruck

Nachhaltig zu handeln wird nicht nur immer wichtiger, sondern auch immer kostenintensiver. Das können mittelständische Unternehmen tun, wenn ihre Mittel für nötige Investitionen in Nachhaltigkeitsbemühungen knapp werden.

Wenn man der Energiekrise des vergangenen Jahres irgendetwas Gutes abgewinnen kann, dann das: Sie beschleunigt die Nachhaltigkeitsbemühungen der deutschen Wirtschaft wie kaum etwas zuvor. Die Effekte hoher Energiepreise für Unternehmen (sprich: die Suche nach Einsparpotentialen und Alternativen) wirken zugunsten genau der Energieeinspar-Initiativen, die auch der Erreichung der deutschen Klimaziele zuarbeiten.

Weniger Energie zu verbrauchen beziehungsweise sie effizienter zu nutzen, ist für die Wirtschaft hierzulande also das Gebot der Stunde. Und da die deutsche Unternehmenslandschaft zu 99 Prozent von KMU gebildet wird, kann man mit Recht sagen: Dem Mittelstand kommt eine besonders hohe Verantwortung zu.

Verantwortung zu übernehmen kostet allerdings Geld – und das ist im Mittelstand oft knapp. So registrieren nicht wenige Unternehmen angespannt den zunehmenden Investitionsdruck. Dieser Druck steigt mit Energiepreisen, mit CO2-Abgaben, aber auch durch regulatorische Zwänge wie das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG).

Lange Liste an Kostentreibern

Allein im Energiesektor kommt eine beeindruckend lange Liste an Kostentreibern zusammen. Nötig sind oft Investitionen in nachhaltige Infrastrukturen und Technologien. Auch der Umstieg auf erneuerbare Energien be­ziehungsweise ihren Einsatz ist kostenintensiv. Hinzu kommen Ausgaben zur Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäuden sowie für Schulungen von Mitarbeitern. Der Mittelstand reagiert bereits auf die Herausforderungen. Eine im Januar 2023 veröffentlichte Sonderumfrage der DZ Bank ergab, dass 87 Prozent der Unternehmen Investitionen für Energiesparmaßnahmen planen.

Gleichzeitig wirkt aber auch das erwähnte LkSG kostentreibend. Laut einer Studie von Miesbach Consulting aus dem Sommer 2022 erwarten 41 Prozent aller Unternehmen, dass die neuen Sorgfaltspflichtbestimmungen der EU höhere Kosten verursachen.

Für manch einen Mittelständler ergibt sich da leicht die Frage: „Können wir uns das überhaupt leisten?“ Indes: Der Kern der Sache ist ein anderer. Es geht nämlich nicht ums Können, sondern ums Müssen. In der Tat müssen KMU die finanziellen Mittel bereitstellen, mit denen sich Nachhaltigkeitsaktivitäten für die Umwelt und im Rahmen der Leistungserbringung identifizieren, planen und steuern lassen. Denn Nachhaltigkeit ist im Wettbewerb längst eine „Conditio sine qua non“. Sie wird von Kunden eingefordert und (zum Beispiel durch das LkSG) vom Gesetzgeber verlangt. Und sie wird in Zeiten von Sustainable Finance von Banken zur Bedingung gemacht.

Sale & Lease Back kann finanzielle Mittel generieren

Was können Unternehmen tun, wenn die verfügbaren Mittel tatsächlich nicht reichen und Banken eine Kredit­zusage verweigern? Dann kann Sale & Lease Back als alternative Finanzierungsform helfen. Diese Instrumente erlauben eine Mittelgenerierung über unternehmenseigene Assets aus dem Anlagevermögen.

Das Prinzip dahinter: Produktionsanlagen werden von einer auf  Sale & Lease Back spezialisierten Leasinggesellschaft sachgerecht auf Zeitwert und Sekundärmarktfähigkeit taxiert. Daraus ergibt sich ein Preis, zu dem die Assets veräußert und anschließend zurückgeleast werden können. Solche Finanzierungsformen haben mehrere Vorteile: So sind Verkaufserlöse binnen kürzester Zeit als frische Liquidität verfügbar. Zudem bleiben Produktionsanlagen zur operativen Nutzung durchgängig in Unternehmenshand. Und zuletzt ist die Bewertung des Assetvermögens rein objektorientiert und unabhängig von Bonität oder Bankenurteil. Gelingt eine Mittel­generierung auf diese Art, kann das den Nachhaltigkeitsbemühungen eines Unternehmens einen entscheidenden finanziellen Impuls geben.


Thomas Vinnen

Geschäftsführender Gesellschafter

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