März 2023

Nachhaltigkeit als Investitionstreiber:
Zwänge und Lösungen für den Mittelstand

Wachsende regulatorische Zwänge erhöhen im Mittelstand den Druck, eigene Nachhaltigkeitsbemühungen zu prüfen und anzupassen. Das bedeutet für viele KMU einen erheblichen Investitionsaufwand. Alternative Finanzierungsquellen können helfen, wenn Sustainable Finance bankenseitig Hürden aufbaut.

Geht es um Nachhaltigkeit im Mittelstand, lassen sich zwei Dinge feststellen. Zum einen ist das Thema selbst kein neues: Seit dem Kyoto-Protokoll von 1997 und allerspätestens seit der Pariser Klimakonferenz von 2015 stehen Treibhausgas-Reduzierung und andere Maßnahmen auf allen Nachhaltigkeits-To-do-Listen. Nie zuvor aber – und das ist der zweite Aspekt – stand der ökologische und gesellschaftliche Fußabdruck von KMU unter einem so hohen Richtlinien- und Gesetzesdruck wie aktuell. Und: Die regulatorischen Zwänge nehmen weiter zu.

Regulatorik für Nachhaltigkeit erfasst auch den Mittelstand

Beispielhaft stehen dafür etwa Sustainable Finance-Bestimmungen, die den Zugang zu Krediten für nicht nachhaltig wirtschaftende Unternehmen erschweren. Ebenso ist die Corporate Social Responsibility Richtlinie von 2021 zu nennen, deren Regeln für Nachhaltigkeitsberichterstattung deutlich verschärft wurden. Expertenschätzungen zufolge erweitert das den Anwenderkreis in Deutschland von bisher 500 größeren Kapitalgesellschaften auf 15.000 Unternehmen, zu denen dann auch börsennotierte kleine und mittelgroße zählen. Für sie beginnt die Berichterstattungspflicht im Jahr 2026.

Und dann ist da noch das seit diesem Jahr geltende Lieferkettensorgfaltspflichtgesetz (LkSG). Dass im Namen häufig der Part „Sorgfaltspflicht“ gestrichen wird, nimmt dem Ganzen nicht die Schwere, mit der es künftig auf die Praxis wirkt. Das LkSG verpflichtet Unternehmen zu einer lieferantenspezifische Risikoanalyse: Entlang ihrer Lieferketten müssen sie die Einhaltung von Menschenrechten und Umweltstandards prüfen und sicherstellen.

Zwar sind davon zunächst nur Konzerne mit mehr als 3.000 Mitarbeiter:innen betroffen, und erst 2024 kommen dann auch KMU ab 1.000 Mitarbeiter:innen hinzu. Realistischerweise spielt das Gesetz aber längst auch für kleinste Unternehmen schon eine Rolle. Denn selbst wenn sie nicht zum Kreis derer gehören, die das Gesetz zum Handeln verpflichtet: Sind sie in die Lieferketten größerer Kunden eingebunden, stehen sie dennoch im Fokus deren Prüfpflicht gegenüber ihren Lieferanten. Im Klartext heißt das: Wer beim Thema Nachhaltigkeit nicht genügt, muss aktiv werden – und das schnell.

Nachhaltigkeitsaktivitäten sind ressourcenintensiv und kostenwirksam

Traditionell ist nachhaltiges Handeln im Mittelstand höher aufgehängt als bei Großkonzernen. Das liegt vor allem am individuellen Commitment von Inhabern gegenüber der Zukunft des eigenen Unternehmens. Der Transformationsprozess, der nun aber vielen KMU ins Haus steht, erzeugt einen Investitionsdruck, der selbst bei größtem Commitment für manche nur schwer zu schultern ist.

Klar ist: Nachhaltigkeitsaktivitäten für die Unternehmensumwelt und die eigene Leistungserbringung zu identifizieren, zu planen und zu steuern, ist ressourcenintensiv und kostenwirksam. Eine Hürde für Mittelständler, bei denen Zeit und Liquidität oft knappe Größen sind. Was hinzu kommt: Das Geld, das für ein noch nachhaltigeres Agieren gebraucht wird, bewilligen Banken erst, wenn man bereits ein funktionierendes Nachhaltigkeitskonzept vorweisen kann. Unter Umständen ein existenzgefährdendes Dilemma.
Sales & Lease Back und Sale & Rent Back als alternative Finanzierungswege

In dieser Situation bieten sich alternative Finanzierungswege an, die nicht von einem Bankenrating abhängen und idealerweise auf Ressourcen gründen, die bereits vorhanden sind. Ein Beispiel dafür sind Sales & Lease Back und Sale & Rent Back Lösungen.

Bei ihnen gelingt die Mittelgenerierung über unternehmenseigene Assets aus dem Anlagevermögen. Produktionsanlagen werden von einer Leasinggesellschaft (wie die Nord Leasing GmbH) sachgerecht auf Zeitwert und Sekundärmarktfähigkeit taxiert. Daraus ergibt sich ein Ankaufspreis, der Unternehmen als frische Liquidität zur Verfügung steht. Unmittelbar nach dem Verkauf werden die Anlagen zurückgeleast oder -gemietet. Die Vorteile:

  • Die Produktionsanlagen verbleiben zur operativen Nutzung durchgängig in Unternehmenshand.
  • Die Verkaufserlöse generieren innerhalb weniger Tage einen operativen Cash-Flow.
  • Die Bewertung von Asset-Vermögen ist rein objektorientiert und ist unabhängig von Bonität oder Bankenurteil.

Zukunftssicherung aus eigener Kraft

Das Fazit: Situationsgerechte Finanzierungsalternativen können die Transformation in Richtung Nachhaltigkeit deutlich erleichtern. Sie bieten die Chancen, regulatorischen Anforderungen gerecht zu werden und damit Wettbewerbsfähigkeit und Unternehmenszukunft zu sichern. Wenn dabei bereits bestehende Werte einen Beitrag leisten, gelingt die Transformation im besten Sinne aus eigener Kraft.


Eva Grimm

Geschäftsführerin

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