Mai 2024

Wie sich Nachfolgesuche finanzieren lässt

In Deutschland steigt die Zahl der Firmen, die Nachfolgelösungen suchen. Dabei werden vor allem Unternehmensverkäufe präferiert. Thomas Vinnen, Geschäftsführer der Hamburger Nord Leasing GmbH, erläutert, wie im Vorfeld der Käufersuche ein erhöhter Mittelbedarf entstehen kann und welche Finanzierungswege sich anbieten.

Herr Vinnen, welche Rolle spielen Finanzierungslösungen für Nachfolgeregelungen?
Eine große – oft sogar die entscheidende. Das liegt vor allem daran, dass die häufigste Nachfolgeregelung der Unternehmensverkauf ist. Und wie bei jedem Verkauf stellen sich auch hier die Fragen, ob a) die Ware, also das Unternehmen, attraktiv ist und b) ob der interessierte Käufer den Preis aufbringen kann. Sowohl bei a wie auch b entsteht in fast allen Fällen der Bedarf für Finanzierungslösungen.

Können Sie das genauer erläutern?
Im Grund geht es bei der Attraktivität um Zukunftsfähigkeit, zum Beispiel in Bezug auf die Modernität der Produktionsanlagen, praxiswirksame Nachhaltigkeitskonzepte, Marktrelevanz des Portfolios oder Stand der digitalen Transformation. Wer hier Schwachstellen hat, geht automatisch mit schlechteren Verkaufschancen auf Käufersuche. Und das wohlgemerkt auf einem Käufermarkt – denn seit Jahren ist das Angebot an Unternehmen wesentlich größer als die Nachfrage. Man kann es sich also nicht leisten, unattraktiv zu sein bzw. an den Mitteln für die Behebung von Schwachstellen zu sparen.

Wie beurteilen Sie den Stellenwert von Krediten zur Mittelbeschaffung?
Für Unternehmen mittlerer Größe wird es immer schwerer, klassische Finanzierungswege zu beschreiten. Der Zugang zu Krediten wird etwa durch Sustainable Finance-Bestimmungen heute kritischer geprüft. Banken agieren aber auch angesichts hoher Leitzinsen und schwieriger Konjunkturlage vorsichtig bei der Kreditvergabe.

Welche Alternativen empfehlen sich?
Den Blick auch mal nach innen auf eigene Ressourcen richten. Genauer gesagt: auf Assets des Anlagevermögens. Vor allem bei produzierenden Unternehmen binden zum Beispiel Maschinenparks und Produktionsanlagen oft enorme Werte, die sich als liquide Mittel heben lassen. Der Schlüssel dazu sind Sale & Lease Back bzw. Rent Back Lösungen.

Wie funktionieren sie im Detail?
Eine spezialisierte Leasinggesellschaft taxiert den Zeitwert und die Sekundärmarktfähigkeit der Assets. Die Bewertung ist rein objektorientiert und unabhängig von Bonität oder Bankenurteil. Sie führt zu einem Ankaufspreis, zu dem die Anlagen an die Leasinggesellschaft verkauft werden. Der Erlös steht als Liquidität zur Verfügung. Unmittelbar nach dem Verkauf werden die Anlagen zurückgeleast oder -gemietet. Sie sind und bleiben also zur operativen Nutzung durchgehend in Unternehmenshand, wodurch der Betrieb zu keiner Zeit eingeschränkt ist. Eine echte Win-win-Situation.


Thomas Vinnen

Geschäftsführender Gesellschafter

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